Geschichte

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Katensen

von 1944 bis heute!

"Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts beruhte die Feuerlöschhilfe auf den Verordnungen der Landesherren und der Städte. Diese Feuerlöschordnungen enthielten vor allem feuer- und baupolizeiliche Vorschriften sowie die Verpflichtung der Bürger zur Löschhilfe. Den Gefahren konnte dadurch natürlich nur bedingt begegnet werden. Für die Feuerverhütung wirkten sich diese Vorschriften recht segensreich aus; für die praktische Brandbekämpfung selbst waren sie auf die Dauer unzureichend. Die Ursache dieses Versagens lag im System begründet. Es gab zwar ein großes Aufgebot an verpflichteten Helfern, aber sie waren ungeübt, die Anleitung war mangelhaft und die Löscheinrichtungen noch nicht genügend technisch entwickelt."

Meyer, Adolf, "Ländliches Feuerlöschwesen um das Jahr 1700",
Sachsenspiegel 4, Cellesche Zeitung vom 06.02.1970

In den vergangenen Jahrhunderten hatten Feuersbrünste verheerende Auswirkungen. Dafür gab es zwei Gründe: Einmal führte die Bauweise der strohgedeckten Häuser, die ausnahmslos als Fachwerkbauten errichtet waren, zu erheblicher Brandgefährdung, und zum anderen gab es noch keine organisierte Brandbekämpfung.

Am Morgen des 12. Oktober 1769 ereignete sich beim Brinksitzer Hans Hinrich Albers in Katensen, "aus annoch unbekandten Uhrsachen", wie es in dem Bericht vom gleichen Tag heißt, ein Feuer. Der Berichterstatter (O. L. Volger in Uetze) schreibt weiter:

Ich bin sofort dahin gangen und habe nächst Göttl. Hülffe durch angewandte diensame Rettungs Mittel so viel beschaffet, daß eine größere Gefahr abgekehret, auch weiter nichts als das eine Hauß abgebrandt ist.
Den aus dem Gefängniß zu Burgtorff entwichenen Berend Kolshorn habe ich zwar bereits vorigen Sonabend aufsuchen, und in Arrest wieder dahin lieffern laßen wollen, er ist aber im Hause noch nicht angetroffen worden, und wird, zur Erreichung des Endzwecks, der Untervoigt Elers, nebst einen Land=Soldaten, diese Nacht wieder dahin abgehen.

(wegen der Authentizität habe ich die Rechtschreibung so belassen wie vorgefunden)

Am 10. Juni 1782 wurde ein"Tabellarisches Verzeichnis der im Amte Meinersen vorhandenen Feuer-Gerätschafften" vorgelegt. Hiernach befanden sich beispielsweise in

Dollbergen: 13 Eimer, 3 Haken, 3 Leitern (Soll: 16 Eimer, 10 Haken, 4 Leitern)
Katensen: 6 Eimer, 1 Haken, 1 Leiter (Soll: 12 Eimer, 7 Haken, 3 Leitern)
Uetze: 16 Eimer, 3 Haken, 3 Leitern (Soll: 20 Eimer, 12 Haken, 4 Eimer).

In der Nacht vom 23. auf den 24. September 1788 brannten um 11 Uhr Wohnhaus, Scheune und Nebengebäude des herrschaftlichen Halbhöfners Hennig Hohmann in Katensen nieder. In den Flammen kamen 13 Stück Hornvieh und sechs Schweine um, ferner wurden die eingescheuerten Früchte vernichtet. Die Gebäude waren überhaupt zu 300 Reichstalern versichert.

28.04.1851 Katensen: Köneke, Ursache unbekannt, Wohnhaus- und Nebengebäudebrand

(Quelle bis hierher: Matthias Blazek: 100 Jahre Ortsfeuerwehr Dollbergen 1909-2009)

Die Gemeinde Katensen beschloss im Jahre 1880 auf Anforderung der "Königlichen Landdrostei Lüneburg", eine Handdruckspritze ("Feuerspritze") zu beschaffen und ein Spritzenhaus zu bauen.
Der Preis für die Spritze betrug 900,- Mark. Die Unterstützung von der "Königlichen Landdrostei Lüneburg" betrug 300,- Mark. Die verbleibenden 600,- Mark wurden allmählich getilgt, indem das sonst alljährliche zur Aufteilung kommende Jagdgeld dazu verwandt wurde.

Im Januar 1881 erfolgte die Wahl einer Spritzenbedienungsmannschaft und Bewilligung von 3,- Mark pro Pferd für Fahrten nach auswärts. Die Handdruckspritze wurde bis 1943 genutzt und ist heute noch funktionsfähig.

Im April 1881 gab es einen Bauplatz für das Spritzenhaus. Es wurde 1 Quadratrute für 15,- Mark vom Abbauer Karl Ernst (das ist gegenüber vom jetzigen Gerätehaus) gekauft. Von 1881 bis 1944 bestand in Katensen eine Pflichtfeuerwehr.

Hierzu passt auch die Polizeiverordnung des königlichen Ober-Präsidenten Graf zu Stolberg. In ihr wird vorgeschrieben, den bisher geleisteten freiwilligen Feuerwehrdienst ab dem 01. April 1902 nach Maßgabe der Polizeiverordnung des königlichen Oberpräsidenten zu Hannover vom 27. September 1901 zu leisten.

Am 4. Januar 1943 kam ein Brief vom Kreisführer der freiwilligen Feuerwehren des Kreises Burgdorf an den Wehrführer der Pflichtfeuerwehr Katensen A. Giere. Ich zitiere:Unter Bezugnahme auf die mehrfache Unterredung mit Herrn Bürgermeister Winkel sowie mit Ihnen in der Anlage ein Preisangebot über eine Motorspritze der Fa. Mayer-Hagen zur gefl. Durchsicht und Rücksprache mit Ihrem Herrn Bürgermeister. Wie ich schon erwähnte muss die Pflichtwehr in eine "Freiwillige Wehr" umgewandelt werden. Dies dürfte in dortiger Gemeinde keine Schwierigkeiten bereiten. Die Mindeststärke soll 18 Mann im äußersten Falle 14 Mann sein. Ich bin gerne bereit dieserhalb nach dort zu kommen um das Weitere zu besprechen. Geben Sie nach Rücksprache mit dem Bürgermeister Nachricht, wann eine Besprechung stattfinden kann.

Die Tragkraftspritze (TS) mit Rosenbauer-Motor und der TSA wurden bestellt und am 27. Juli 1943 von der Fa. Mayer-Hagen frei Station Bahnhof Dollbergen für 3122,80 Reichsmark geliefert. Wegen Materialknappheit fehlten z.B. A-Saugschläuche, Feuerwehraxt, Kerzenlaternen, Vergaserschlüssel, Ölkanne und noch einige Kleinteile, dadurch fiel die Rechnung etwas niedriger aus als laut Angebot vorgesehen.

Mit der Umwandlung von der Pflicht- zur freiwilligen Feuerwehr war es wohl kriegsbedingt nicht so einfach, was aus einem Schriftstück hervorgeht. Ich zitiere:An den Bürgermeister der Gemeinde Katensen
Mit Bezug auf Ihren telef. Anruf betr. Heimatflak-Feuerwehr teile ich Ihnen mit, dass ich mich heute telefonisch mit der Flak-Einheit in Dollbergen betr. Freigabe der erwähnten Männer in Benehmen gesetzt habe.
Dabei habe ich auch dem Oberfeldwebel gesagt, dass, wie ich gehört habe, Männer frei gegeben werden sollen. Ich habe dann darum gebeten, die mir gemeldeten Männer frei zu geben. Der Oberfeldwebel sagte jedoch, dass es sich bei den Männern, die entlassen werden sollten, um solche handelt, die älteren Jahrgängen angehören und das Auffassungsvermögen durch das Alter stark behindert wäre; also mit anderen Worten gesagt, die Männer seien infolge ihres Alters für die Falk nicht mehr zu gebrauchen. Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass die Kraftspritzengruppe in Katensen einsatzfähig erhalten werden müsste.


Am 27. Februar 1944 fand die Aufstellung der Freiwillige Feuerwehr Katensen statt. Zitat:

Niederschrift über die Aufstellung der Freiwilligen Feuerwehr Katensen.

In der Gemeinde Katensen habe ich aufgrund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 sowie der 3. Durchführungsverordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 24. Oktober 1939 § 2 im Beisein des Kreisführers der Freiwilligen Feuerwehr aufgestellt.
Die Anzahl der Wehrangehörigen beträgt 19 Mann.

Adolf Giere 63 Jahre Heinrich Meyer 42 Jahre
Heinrich Brandes 40 Jahre Otto Schrader
Heinrich Rode 43 Jahre Ernst Meyer 46 Jahre
Adolf Meyer 61 Jahre Alfred Hennigs 44 Jahre
Hermann Welge 54 Jahre Heinrich Meyer 59 Jahre
Hermann Sonnenberg 54 Jahre Adolf Homann 39 Jahre
Otto Winkelmann 59 Jahre Hermann Kamp 43 Jahre
Otto Wöhlert 39 Jahre Fritz Hennigs jun. 45 Jahre
Fritz Winkel 38 Jahre Heinrich Brandes 41 Jahre
Herbert Meyer 16 Jahre (wurde 3 Tage später 17)    

Die Wehr ist im Besitz folgender Geräte:
1 Stück tragbare Kraftspritze nach DIN einschl. Werkzeug, Zubehör und Ersatzteile. Sowie einen Einachshänger mit Luftbereifung.

Für die Ernennung der Führer bzw. Unterführer mache ich folgende Vorschläge:
1. Herrn Adolf Giere in Katensen - Führer der Wehr
2. Herrn Otto Schrader in Katensen - Stellvertr. Führer d. W.

Gez. der Kreisführer d. Fr. Fw. Der Bürgermeister


Am 13. Juni 1944 wurden, wie vorgeschlagen, Adolf Giere zum Führer der Wehr und Otto Schrader zu seinem Stellvertreter ernannt.

Der Dienst- und Übungsbetrieb wurde nun durchgeführt. Es war aber nicht immer möglich, denn die neu angeschaffte TS wurde wieder abgeholt, da sie wohl anderorts dringender benötigt wurde. Der genaue Grund ist uns jedoch nicht bekannt. Als Ersatz bekamen wir eine erbeutete TS, die aus Frankreich war. Diese TS nahm den Kameraden die letzte Motivation, da meistens trocken geübt werden musste, weil dieses "Biest" nicht ansprang. Der damalige Maschinist, Hermann Welge, auch als Moosberg bekannt, hatte einen Gemischtwarenladen, war Fahrradschlosser, er konnte auch Schuhe besohlen und Haare schneiden, man kann sagen ein Mann für alle Fälle, hat an der TS mehr gebastelt, als sie bedient. Man hörte des Öfteren die Worte: "Gebet dat Ding nen Schrotthändler un lat üsch de Handspritze wär in Gang bringen." Man hatte dann aber ein Einsehen mit der Katenser Wehr, denn die TS wurde durch die Schlauchpflegerei Burgdorf gegen eine DKW ausgetauscht. Diese leistete dann gute Dienste.

Der Aufbau des Feuerschutzes, insbesondere das Löschwesen, beruhte in Niedersachsen seit 1945 auf der Military Government Instruction. Gleich nach Kriegsende wurden die Bürgermeister allerorts aufgefordert, für die Wiederaufnahme des Feuerwehrbetriebs zu sorgen.

Alle nationalsozialistischen und militärischen Dienstvorschriften wurden außer Kraft gesetzt, und nur die wichtige, grundlegende Ausbildungsvorschrift "Die Gruppe" ließ man weiter gelten. Auch wurde darauf hingewiesen, dass Abzeichen und Symbole mit dem Hakenkreuz an den Uniformen und Fahrzeugen zu entfernen seien.

Am 31. Juli 1945 teilte der Landrat in Burgdorf mit, dass wegen der Inhaftierung von Kreisfeuerwehrführer Willi Brandes (Hänigsen) die Geschäfte des Kreisführers nunmehr von seinem Stellvertreter, Schlachtermeister Otto Borchers, Großburgwedel, wahrgenommen wurden.

Durch Erlass des Oberpräsidenten der Provinz Hannover vom 18. August 1945 über die Organisation des Feuerlöschwesens schieden die Feuerwehren aus der Polizeiorganisation aus und wurden Einrichtungen der Gemeinden. Die Bezirks- und Kreisführer erhielten wieder die Bezeichnung Bezirks- und Kreisbrandmeister. Auch die übrigen Dienstränge erfuhren eine Änderung. Die freiwilligen Feuerwehren der Provinz Hannover wurden zur Landesfeuerwehr Hannover zusammengefasst. Major der Schutzpolizei Fritz Heimberg wurde zum Inspekteur der Freiwilligen Feuerwehr bzw. des Feuerlöschwesens in der Provinz Hannover ernannt.

Am 6. Oktober 1945 meldete Otto Borchers den Stärkenachweis der Feuerwehren im Kreis Burgdorf anhand des entsprechenden Formblattes an den Bezirksbrandmeister in Lüneburg. Im Jahre 1946 wurde Borchers Kreisbrandmeister und mit dem Wiederaufbau des Feuerlöschwesens im Landkreis Burgdorf beauftragt.

Allmählich normalisierte sich das Leben der Katenser Wehr wieder. Sie nahm in vorbildlichem Kameradschaftsgeist, Einsatzbereitschaft und selbstloser Hingabe eine gute Entwicklung. Katensen gehörte nunmehr mit den Wehren Oelerse, Röhrse, Sievershausen, Arpke, Immensen, Dollbergen, Schwüblingsen und Lehrte zum Unterkreis Lehrte.

1950 löste Rudolf Bühring Adolf Giere als Gemeindebrandmeister ab. Inzwischen waren mehrere junge Männer in die Wehr eingetreten und es wurde 1953 erstmals an den Unterkreiswettkämpfen in Dollbergen teilgenommen.

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Dachtmissen wurden dort am 18. und 19. August 1951 die Ausscheidungswettbewerbe des Unterkreises Burgdorf durchgeführt, an denen etwa 200 Teilnehmer aus den Wehren Weferlingsen, Steinwedel, Obershagen, Röddensen, Beinhorn, Hülptingsen, Sorgensen, Kolshorn, Altmerdingsen, Uetze, Hänigsen, Heeßel, Otze, Katensen, Burgdorf und aus dem Südkreis Dollbergen teilnahmen. Obershagen schnitt mit 331 Punkten am besten ab (es folgten: Kolshorn II, Kolshorn I, Hänigsen, Weferlingsen, Altmerdingsen, Dachtmissen und Steinwedel). Zugleich kam es zum ersten Feuerwehrfest in Dachtmissen "seit Menschengedenken".

Der erste größere Brand, den die Freiwillige Feuerwehr Katensen nach Kriegsende zu bekämpfen hatte, war im Jahre 1952 bei Eberhard Boettcher. Im Ort war gerade eine Tanzveranstaltung. Plötzlich kam die Alarmierung; Frauen und Mädchen wurden auf der Tanzfläche stehengelassen, ab jetzt gab es nur noch Damenwahl. Man stürmte aus dem Saal nicht nur aus der Tür, sondern auch aus den Fenstern. Das Feuer konnte relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden und ein Großteil der Gebäude wurde gerettet. Von der Brandkasse bekam die Katenser Wehr einen Geldbetrag für die Kameradschaftskasse.

Schläuche, die bei Einsätzen und Wettkämpfen benötigt wurden, trocknete und untersuchte die Schlauchpflegerei Burgdorf. Die Schläuche, die aber beim Übungsbetrieb im Ort nass wurden, trocknete Bäcker Wöhlert in seiner Backstube über dem Backofen. Dieser Zustand ging nicht mehr, es musste ein Gerätehaus her. Der Gemeinderat führte Verhandlungen mit Besitzern großer Grundstücke durch, aber keiner war bereit etwas abzugeben. Ein Landwirt mit kleinem Grundstück, August Krüger, erklärte sich dann bereit, den Platz für das Gerätehaus zu Verfügung zu stellen. Dafür erhielt er zwei kleine gemeindeeigene Grundstücke, die nach Urbarmachung als Weide und Wiese genutzt werden konnte. Der Tausch wurde in einem 99-jährigen Pachtverfahren abgewickelt.

Der hiesige Bauingenieur Gerhard Trümmann wurde mit der Planung des Feuerwehrgerätehauses beauftragt. Als Zeichen der Verbundenheit zu seinem Heimatort und der Katenser Wehr schenkte Gerhard Trümmann der Gemeinde Katensen Zeichnung und Statik. Am 13. Januar 1956 ging der Auftrag für den Neubau des Gerätehauses an die Fa. Litfin in Katensen. Im Sommer 1956 war die Einweihung, verbunden mit einem Unterkreiswettkampf, der zum ersten Mal in Katensen stattfand.

Im Frühjahr 1956 kam es zu einem Waldbrand an der Westseite der Ortschaft, bei dem ein Großteil der Waldfläche von Eberhard Brandes den Flammen zum Opfer fiel.

Die Brandursache: Bei Aufräumungsarbeiten im angrenzenden Jagen 33 war Waldarbeitern ein angezündetes Feuer außer Kontrolle geraten. Die Nachbarwehren Dollbergen, Schwüblingsen und Uetze waren im Einsatz.

Der nächste Brand war bei "Fenschen" (Fritz Winkel). Am 7. August 1957 brannte abends die Scheune, in der fast die ganzen Getreidegaben lagerten, die im Winter gedroschen werden sollten. Am 8. August, also am nächsten Tag mittags, gab es plötzlich einen dumpfen Knall, ähnlich einer Explosion. Dachsteine flogen durch die Gegend, wieder musste Alarm gegeben werden; trotz Brandwache standen nun Stall und Wohnhaus in Flammen. Die Gebäude fielen fast komplett den Flammen zum Opfer. Die Wehren Dollbergen, Schwüblingsen und Uetze leisteten Löschhilfe.

Im Winter 59/60 gab es wieder Alarm. Diesmal brannte es auf dem Immenberg. Es war Litfins Kirche. Kein Traktor sprang an, denn es war sehr kalt. Der TSA musste aber hin, also hieß es: zu Fuß ziehen! Hechelnd, außer Atem kamen die Kameraden an der Brandstelle an. Ein Ölofen war explodiert und das ausgelaufene, brennende Heizöl, konnte schnell mit Sand gelöscht werden, da die Kirche noch im Rohbau stand.

In den 50er Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Katensen zu mehreren Einsätzen in die Nachbarorte gerufen. Bei einem Einsatz in Dollbergen klappte die Alarmierung nicht, da die alte Sirene mal wieder von einem Vogelnest blockiert war und keinen Ton abgab. Sie wurde später durch eine neue ersetzt, die Vogelnestsicher war.


1960 löste Heinz Meyer, Rudolf Bühring als Gemeindebrandmeister ab.

1961 bekam die Katenser Wehr eine neue TS der Firma Metz.

1962 erhielt sie ein TSF (Ford Transit). Im gleichen Jahr wurde in Katensen ein neuer Sportplatz angelegt, der mehrere Jahre im Sommer von der Freiwilligen Feuerwehr beregnet wurde, bis der Sportverein Katensen eine eigene Beregnungsanlage bekam.

In den Jahren 1962/63 wurde in Dollbergen 2-mal Löschhilfe geleistet, und zwar bei den Bränden, Kobbe/Schwenke und Herbert Krischker.

Im Jahre 1964 war bei Otto Krüger (später Robert Krüger) ein Schornsteinbrand. Um den Brand bekämpfen zu können, musste ein fest aufgebauter Kachelofen demontiert werden. Da auch schon ein Fachwerkbalken glühte, wurde vorsichtshalber auch der Hausbalken von Heu und Stroh geräumt.

Am 20. Juni 1965 wurde die 1. Gruppe der Wehr Sieger bei den Unterkreiswettkämpfen in Katensen, auch die 2. Gruppe errang eine gute Platzierung.

Am 6. Mai 1967 gab es einen Autobrand in der Lehmkuhle; das war früher die Katenser Müllkippe.

Am 2. September 1967 leistete die Freiwillige Feuerwehr Katensen Löschhilfe bei einem Stall- und Wohngebäudebrand beim Landwirt Wilhelm Schecker in Uetze.

Ein Baggerbrand am 23. Oktober 1967 an der Krätzer Straße brachte einen erneuten Einsatz für die Katenser Wehr, denn der Ausleger des Baggers war in die Hochspannungsleitung gekommen.
Im Jahre 1967 wurde von der Gemeinde Katensen die letzte Rate für das Gerätehaus bezahlt.

1968 hatte die Wehr drei Einsätze: Am 13. April wurde das Osterfeuer vorzeitig in Brand gesetzt. Die Schuldigen mussten sich vor Gericht verantworten und wurden zu einer Geldstrafe verurteilt.

Ein Flächenbrand an der Krätzer Landstraße in der Gemarkung Uetze musste am 22. Mai gelöscht werden.

Ein Hochspannungsmast brannte am 27. Juni auch an der Krätzer Landstraße.

Am 13. August 1970 nahm die Wehr am Pokalwettkampf anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Uetzer Wehr teil.

Im Jahre 1970 wurden die 4-teilige Steckleiter, sowie Heugabeln angeschafft. Die Steckleiter wurde auch dringend benötigt, da auf dem Friedhof schon seit mehreren Jahren eine tote Katze hoch oben im Baum hing, die häufig ältere Damen durch ihre leuchtenden Augen erschreckt hatte. Mit Hilfe der neuen Steckleiter konnte der Kadaver endlich entfernt werden.

Am 4. April 1970 brannte der Schweinestall bei Rohde-Schridde. Mit Hilfe der Uetzer Wehr konnte verhindert werden, dass sich der Brand auf das Wohnhaus ausbreitete. Laut Protokoll konnten die Wehren aus Dollbergen und Schwüblingsen telefonisch nicht kurzfristig erreicht werden, so daß sie nur als Reserve blieben.

Bei der Generalversammlung am 27. Februar 1971 wurde festgestellt, dass die Katenser Wehr auf den Tag genau 27 Jahre alt war. Das 25-jährige Jubiläum hatte man "verschwitzt".

Die Wehr wurde zu zwei Waldbränden gerufen. Am 16. März 1972 gegen 15.30 Uhr brannte es in der Privatforst Boettcher. Dieser Brand wurde von einigen Jugendlichen, die dort zelteten, verursacht. Wegen fehlender Wasserentnahmestellen musste das Tanklöschfahrzeug der Dollberger Wehr zu Hilfe gerufen werden.

Am 5. Juni 1972 wurde die Feuerwehr zu einem Waldbrand in der Hänigser Gemarkung geschickt.

Auch während des Orkans am 13. November 1972 musste die Feuerwehr in den Einsatz und mehrere Bäume von den Straßen räumen.

Im Jahre 1972 wurde der Unterrichtsraum im Feuerwehrhaus fertig gestellt.

Im Jahre 1973 wird der jährliche Beitrag von 9,00 auf 12,00 D-Mark angehoben. Wehr- bzw. Ersatzdienstleistende, sowie Ehrenmitglieder und Alterskameraden ab dem 70. Lebensjahr sind beitragsfrei.

Im Jahre 1973 wurden (endlich!) drei Pressluftatmer und drei Handfunksprechgeräte angeschafft. Besonders bei den häufigen Bränden auf der Mülldeponie in der Lehmkuhle kamen diese Geräte zum Einsatz.

1974 Gemeindereform - der Gemeindebrandmeister wurde zum Ortsbrandmeister.

Waldbrand '75 an der Hänigser Straße hätte katastrophal werden können, wurde jedoch mit Schwüblingsen und anderen Wehren unter Kontrolle gebracht.

Die Jahreshauptversammlung am 21. Februar 1976 beendete der Ortsbrandmeister Heinz Meyer mit den Worten: "Lasst uns im kommenden Jahr 1976 fest und treu zusammenstehen, denn so können wir die Aufgaben, die an uns herankommen, mit Leichtigkeit meistern. Eine gute Kameradschaft hegen und pflegen und immer in Not für den anderen da sein, das lasst unser Grundsatz für immer bleiben."

Am 5. Juni 1976 wurde die Wehr zu einem Brand auf das Gehöft Buhmann in Benrode gerufen. Sie wurde nicht bei Löscharbeiten, sondern wegen des starken Windes zum Schutz der Nachbargebäude eingesetzt.

Für 1977 ist nur zu verzeichnen, dass bei Hermann Kamp ein Mähdrescher in Brand geriet und dabei Stroh entfachte.

Am 22. Juli 1978 wurde unser Ford Transit (ein TSF) mit Truppbesatzung vom Mercedes-Benz TSF mit Staffelbesatzung abgelöst.

Am 24. September 1978 fand ein Freundschaftstreffen mit der Feuerwehr Lehrte in Katensen statt. Hierbei wurde besonders von den Lehrter Kameraden der Einsatz von technischem Gerät vorgeführt.

Am 2. August 1979 wurde die Wehr zu einem Autobrand auf der Krätzer Straße gerufen. Vor Aufregung vergaßen die Kameraden, über Funk eine Rückmeldung an Ronnenberg zu geben.

So war das Feuer schon gelöscht, als die Hänigser mit dem TLF und LF8 auftauchten. Die Leitstelle hatte die Katenser als verschollen eingeschätzt und Ersatz geschickt.


Am 5. Januar 1980 war ein Brandeinsatz in Dollbergen (Brand des Stallgebäudes von August Hennigs). Von unserer Wehr waren insgesamt 23 Mann im Einsatz.

Seit Anfang der 70er Jahre wurden Dorffahrten durchgeführt. Seit 1979 wird die Dorffahrt ein Jahr vom Schützenverein und im anderen Jahr von der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführt.

Von November 1980 bis Frühjahr 1981 Umbau vom Gerätehaus, in dieser Zeit konnte es nicht genutzt werden (300 Stunden Eigenleistung). Das Fahrzeug wurde solange beim Ortsbrandmeister "geparkt".

9. März 1981: Brand bei Trümmann. Stallung und Wohngebäude. Die Pferde aus dem Stall konnten gerettet werden, der dann herunterbrannte und das Wohnhaus hatte hauptsächlich Wasserschaden.

15. August 1981: Einweihung vom Gerätehausumbau, Standartenweihe (die Fahne vom Schützenverein ist Pate) und 100 Jahre Handdruckspritze.

1982 fiel die Hofeiche auf die Giebelwand bei dem Hof des Ortsbrandmeisters Heinz Meyer. Bei dem Ortsbürgermeister Erich Giere rissen große Äste die Stromleitung nieder.

4. Juni 1983 Gemeindewettkämpfe in Katensen (7. Platz von 14 Gruppen), außerdem Freundschaftstreffen mit der Ortsfeuerwehr Lehrte.

Am 18. September 1983 brannte eine Strohdieme am Ortsrand. Obwohl die meisten Katenser Kameraden zu einer Dorfgemeinschaftsfahrt unterwegs waren, wurde dieser Brand von den wenigen daheim gebliebenen Kameraden schnell gelöscht.

Im Jahre 1984 hatten wir im Ort drei Wasserrohrbrüche. Bei einem dieser Einsätze kam der Ortsbrandmeister Heinz Meyer zu einem unfreiwilligen Bad. Er trat zu nahe an die unterspülte Stelle, sackte ein und versank bis zur Brust im Wasser - und das bei minus 10 Grad!!

1984 liefen ca. 1000 Liter Diesel in die Kanalisation. Die Wehr rückte zur Ölbekämpfung an der Kläranlage aus.

Am 23. Februar 1985 wurden der Ortsbrandmeister Roland Meyer und sein Stellvertreter Jürgen Mieke in ihre Ämter gewählt. Heinz Meyer ist zu diesem Zeitpunkt seit 25 Jahren Ortsbrandmeister gewesen und stellte sein Amt aus Altersgründen zur Verfügung.

1985 brannte eine Strohdieme von Landwirt Herbert Jahns an der Krätzer Straße. Da die Kameraden an diesem Abend auch schon einen "anstrengenden" Einsatz hier beim Jubiläum der Gaststätte Schaperkrug gehabt hatten, wurde das Löschen der Strohdieme etwas abgekürzt - der Maschinist schlief ein.

Als 1986 ein Einsatz bei der Firma Dr. Dr. Anton Maier in Dollbergen anstand, mussten die Kameraden feststellen, dass das Fahrzeug in Burgdorf zur Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) unterwegs war. Die Funkmeldung war versäumt worden, doch die Katenser sind clever: Sie fuhren in Ihren Privatwagen zum Einsatz.

1985 wurde der Winterball zum 1. Mal von Schützenverein und Feuerwehr gemeinsam gefeiert, die so genannte "Blau-Grüne-Ballnacht".

1987 gab es nur einen einzigen Einsatz: ein Schornsteinbrand.

1988 wurde aus den Erlösen des Osterfeuers, das seit 1971 von der Feuerwehr ausgeführt wird, ein großes Zelt angeschafft, das gegen eine geringe Leihgebühr innerhalb unserer Ortschaft allen zur Verfügung steht.

Nicht nur die Katenser, sondern auch die Dollberger können feiern! Darum mussten wir 1988 bei einem Garagenbrand in Dollbergen aushelfen. Denn die ortsansässigen Atemschutzgeräteträger waren wegen einer Feier nicht einsatzfähig. Hierbei zeigte sich wieder, wie wichtig es ist, sich mit den Örtlichkeiten vertraut zu machen. Ein Katenser Feuerwehrmann hatte die Montagegrube in dieser Garage übersehen und fand sich bis zum Hals in Löschwasser stehend, in der besagten Grube, wieder.

Als der Kamerad Wilfried Winkel 1989 sein Amt als Kassenwart abgab, hatte er es seit sage und schreibe 40 Jahren ausgeübt. Außer ihm konnten auch Ernst Kamp und Heinz Meyer für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt werden.

Am 14. Mai 1989 fiel ein Rind in eine Güllekuhle. Dieser Einsatz forderte besonders die Geruchsnerven der helfenden Kameraden.

Und nun zum Schluss eine kleine wahre Begebenheit: Auch ein Ortsbrandmeister kann sich erschrecken, es war beim alljährlichen Manöver. Nichts ahnend, sehr müde, legt sich Heinz Meyer gegen Abend ins Bett, da er in der vorherigen Nacht alle zwei Stunden seine Beregnung umgestellt hatte. Plötzlich sprang die Tür auf, ein Soldat mit Kriegsbemalung: schwarzes Gesicht, Gras und Blättern am Helm, die Waffe im Anschlag, stand im Schlafzimmer. Heinz schrie erschrocken: "Sei tau, dat du hier rut kummst."

"Brauche Hilfe - schnell - ein Panzer brennt in der Fuhsefurt, Mühle", waren seine Worte. Vom Schreck erholt, alarmierte Heinz die Wehr. Auf Umwegen kamen wir an, denn keiner wusste so recht, wo die Fuhsefurt war. Der Panzer war heißgelaufen und qualmte stark, an Bord befand sich aber noch Munition, die von uns geborgen werden sollte, was wir aber verweigerten. Zum Glück aller, kühlte das Fuhsewasser den Panzer ab. Dieses Ereignis geschah am 30. Juli 1964.

Ein kleiner Witz:

"Mein Mandant kann für eine vorsätzliche Brandstiftung schon deshalb nicht in Frage kommen, weil er noch am Vormittag des Tages, an dem sein Haus abbrannte, zwei Fässer Bier anliefern ließ", erklärte der Verteidiger dem Gericht. "Zwei Fässer Bier", staunt der Richter, und fragt den Angeklagten: "Sind Sie denn so ein starker Trinker?" "Das nicht Herr Richter", antwortet der Angeklagte, "aber ich dachte, die Männer von der Feuerwehr würden schon Durst haben."

Fortsetzung folgt ....