Geschichte - Geschichte - Seite 2

Die Wehr ist im Besitz folgender Geräte:
1 Stück tragbare Kraftspritze nach DIN einschl. Werkzeug, Zubehör und Ersatzteile. Sowie einen Einachshänger mit Luftbereifung.

Für die Ernennung der Führer bzw. Unterführer mache ich folgende Vorschläge:
1. Herrn Adolf Giere in Katensen - Führer der Wehr
2. Herrn Otto Schrader in Katensen - Stellvertr. Führer d. W.

Gez. der Kreisführer d. Fr. Fw. Der Bürgermeister


Am 13. Juni 1944 wurden, wie vorgeschlagen, Adolf Giere zum Führer der Wehr und Otto Schrader zu seinem Stellvertreter ernannt.

Der Dienst- und Übungsbetrieb wurde nun durchgeführt. Es war aber nicht immer möglich, denn die neu angeschaffte TS wurde wieder abgeholt, da sie wohl anderorts dringender benötigt wurde. Der genaue Grund ist uns jedoch nicht bekannt. Als Ersatz bekamen wir eine erbeutete TS, die aus Frankreich war. Diese TS nahm den Kameraden die letzte Motivation, da meistens trocken geübt werden musste, weil dieses "Biest" nicht ansprang. Der damalige Maschinist, Hermann Welge, auch als Moosberg bekannt, hatte einen Gemischtwarenladen, war Fahrradschlosser, er konnte auch Schuhe besohlen und Haare schneiden, man kann sagen ein Mann für alle Fälle, hat an der TS mehr gebastelt, als sie bedient. Man hörte des Öfteren die Worte: "Gebet dat Ding nen Schrotthändler un lat üsch de Handspritze wär in Gang bringen." Man hatte dann aber ein Einsehen mit der Katenser Wehr, denn die TS wurde durch die Schlauchpflegerei Burgdorf gegen eine DKW ausgetauscht. Diese leistete dann gute Dienste.

Der Aufbau des Feuerschutzes, insbesondere das Löschwesen, beruhte in Niedersachsen seit 1945 auf der Military Government Instruction. Gleich nach Kriegsende wurden die Bürgermeister allerorts aufgefordert, für die Wiederaufnahme des Feuerwehrbetriebs zu sorgen.

Alle nationalsozialistischen und militärischen Dienstvorschriften wurden außer Kraft gesetzt, und nur die wichtige, grundlegende Ausbildungsvorschrift "Die Gruppe" ließ man weiter gelten. Auch wurde darauf hingewiesen, dass Abzeichen und Symbole mit dem Hakenkreuz an den Uniformen und Fahrzeugen zu entfernen seien.

Am 31. Juli 1945 teilte der Landrat in Burgdorf mit, dass wegen der Inhaftierung von Kreisfeuerwehrführer Willi Brandes (Hänigsen) die Geschäfte des Kreisführers nunmehr von seinem Stellvertreter, Schlachtermeister Otto Borchers, Großburgwedel, wahrgenommen wurden.

Durch Erlass des Oberpräsidenten der Provinz Hannover vom 18. August 1945 über die Organisation des Feuerlöschwesens schieden die Feuerwehren aus der Polizeiorganisation aus und wurden Einrichtungen der Gemeinden. Die Bezirks- und Kreisführer erhielten wieder die Bezeichnung Bezirks- und Kreisbrandmeister. Auch die übrigen Dienstränge erfuhren eine Änderung. Die freiwilligen Feuerwehren der Provinz Hannover wurden zur Landesfeuerwehr Hannover zusammengefasst. Major der Schutzpolizei Fritz Heimberg wurde zum Inspekteur der Freiwilligen Feuerwehr bzw. des Feuerlöschwesens in der Provinz Hannover ernannt.

Am 6. Oktober 1945 meldete Otto Borchers den Stärkenachweis der Feuerwehren im Kreis Burgdorf anhand des entsprechenden Formblattes an den Bezirksbrandmeister in Lüneburg. Im Jahre 1946 wurde Borchers Kreisbrandmeister und mit dem Wiederaufbau des Feuerlöschwesens im Landkreis Burgdorf beauftragt.

Allmählich normalisierte sich das Leben der Katenser Wehr wieder. Sie nahm in vorbildlichem Kameradschaftsgeist, Einsatzbereitschaft und selbstloser Hingabe eine gute Entwicklung. Katensen gehörte nunmehr mit den Wehren Oelerse, Röhrse, Sievershausen, Arpke, Immensen, Dollbergen, Schwüblingsen und Lehrte zum Unterkreis Lehrte.

1950 löste Rudolf Bühring Adolf Giere als Gemeindebrandmeister ab. Inzwischen waren mehrere junge Männer in die Wehr eingetreten und es wurde 1953 erstmals an den Unterkreiswettkämpfen in Dollbergen teilgenommen.

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Dachtmissen wurden dort am 18. und 19. August 1951 die Ausscheidungswettbewerbe des Unterkreises Burgdorf durchgeführt, an denen etwa 200 Teilnehmer aus den Wehren Weferlingsen, Steinwedel, Obershagen, Röddensen, Beinhorn, Hülptingsen, Sorgensen, Kolshorn, Altmerdingsen, Uetze, Hänigsen, Heeßel, Otze, Katensen, Burgdorf und aus dem Südkreis Dollbergen teilnahmen. Obershagen schnitt mit 331 Punkten am besten ab (es folgten: Kolshorn II, Kolshorn I, Hänigsen, Weferlingsen, Altmerdingsen, Dachtmissen und Steinwedel). Zugleich kam es zum ersten Feuerwehrfest in Dachtmissen "seit Menschengedenken".

Der erste größere Brand, den die Freiwillige Feuerwehr Katensen nach Kriegsende zu bekämpfen hatte, war im Jahre 1952 bei Eberhard Boettcher. Im Ort war gerade eine Tanzveranstaltung. Plötzlich kam die Alarmierung; Frauen und Mädchen wurden auf der Tanzfläche stehengelassen, ab jetzt gab es nur noch Damenwahl. Man stürmte aus dem Saal nicht nur aus der Tür, sondern auch aus den Fenstern. Das Feuer konnte relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden und ein Großteil der Gebäude wurde gerettet. Von der Brandkasse bekam die Katenser Wehr einen Geldbetrag für die Kameradschaftskasse.

Schläuche, die bei Einsätzen und Wettkämpfen benötigt wurden, trocknete und untersuchte die Schlauchpflegerei Burgdorf. Die Schläuche, die aber beim Übungsbetrieb im Ort nass wurden, trocknete Bäcker Wöhlert in seiner Backstube über dem Backofen. Dieser Zustand ging nicht mehr, es musste ein Gerätehaus her. Der Gemeinderat führte Verhandlungen mit Besitzern großer Grundstücke durch, aber keiner war bereit etwas abzugeben. Ein Landwirt mit kleinem Grundstück, August Krüger, erklärte sich dann bereit, den Platz für das Gerätehaus zu Verfügung zu stellen. Dafür erhielt er zwei kleine gemeindeeigene Grundstücke, die nach Urbarmachung als Weide und Wiese genutzt werden konnte. Der Tausch wurde in einem 99-jährigen Pachtverfahren abgewickelt.

Der hiesige Bauingenieur Gerhard Trümmann wurde mit der Planung des Feuerwehrgerätehauses beauftragt. Als Zeichen der Verbundenheit zu seinem Heimatort und der Katenser Wehr schenkte Gerhard Trümmann der Gemeinde Katensen Zeichnung und Statik. Am 13. Januar 1956 ging der Auftrag für den Neubau des Gerätehauses an die Fa. Litfin in Katensen. Im Sommer 1956 war die Einweihung, verbunden mit einem Unterkreiswettkampf, der zum ersten Mal in Katensen stattfand.

Im Frühjahr 1956 kam es zu einem Waldbrand an der Westseite der Ortschaft, bei dem ein Großteil der Waldfläche von Eberhard Brandes den Flammen zum Opfer fiel.

Die Brandursache: Bei Aufräumungsarbeiten im angrenzenden Jagen 33 war Waldarbeitern ein angezündetes Feuer außer Kontrolle geraten. Die Nachbarwehren Dollbergen, Schwüblingsen und Uetze waren im Einsatz.

Der nächste Brand war bei "Fenschen" (Fritz Winkel). Am 7. August 1957 brannte abends die Scheune, in der fast die ganzen Getreidegaben lagerten, die im Winter gedroschen werden sollten. Am 8. August, also am nächsten Tag mittags, gab es plötzlich einen dumpfen Knall, ähnlich einer Explosion. Dachsteine flogen durch die Gegend, wieder musste Alarm gegeben werden; trotz Brandwache standen nun Stall und Wohnhaus in Flammen. Die Gebäude fielen fast komplett den Flammen zum Opfer. Die Wehren Dollbergen, Schwüblingsen und Uetze leisteten Löschhilfe.

Im Winter 59/60 gab es wieder Alarm. Diesmal brannte es auf dem Immenberg. Es war Litfins Kirche. Kein Traktor sprang an, denn es war sehr kalt. Der TSA musste aber hin, also hieß es: zu Fuß ziehen! Hechelnd, außer Atem kamen die Kameraden an der Brandstelle an. Ein Ölofen war explodiert und das ausgelaufene, brennende Heizöl, konnte schnell mit Sand gelöscht werden, da die Kirche noch im Rohbau stand.

In den 50er Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Katensen zu mehreren Einsätzen in die Nachbarorte gerufen. Bei einem Einsatz in Dollbergen klappte die Alarmierung nicht, da die alte Sirene mal wieder von einem Vogelnest blockiert war und keinen Ton abgab. Sie wurde später durch eine neue ersetzt, die Vogelnestsicher war.