Geschichte

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Katensen

von 1944 bis heute!

"Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts beruhte die Feuerlöschhilfe auf den Verordnungen der Landesherren und der Städte. Diese Feuerlöschordnungen enthielten vor allem feuer- und baupolizeiliche Vorschriften sowie die Verpflichtung der Bürger zur Löschhilfe. Den Gefahren konnte dadurch natürlich nur bedingt begegnet werden. Für die Feuerverhütung wirkten sich diese Vorschriften recht segensreich aus; für die praktische Brandbekämpfung selbst waren sie auf die Dauer unzureichend. Die Ursache dieses Versagens lag im System begründet. Es gab zwar ein großes Aufgebot an verpflichteten Helfern, aber sie waren ungeübt, die Anleitung war mangelhaft und die Löscheinrichtungen noch nicht genügend technisch entwickelt."

Meyer, Adolf, "Ländliches Feuerlöschwesen um das Jahr 1700",
Sachsenspiegel 4, Cellesche Zeitung vom 06.02.1970

In den vergangenen Jahrhunderten hatten Feuersbrünste verheerende Auswirkungen. Dafür gab es zwei Gründe: Einmal führte die Bauweise der strohgedeckten Häuser, die ausnahmslos als Fachwerkbauten errichtet waren, zu erheblicher Brandgefährdung, und zum anderen gab es noch keine organisierte Brandbekämpfung.

Am Morgen des 12. Oktober 1769 ereignete sich beim Brinksitzer Hans Hinrich Albers in Katensen, "aus annoch unbekandten Uhrsachen", wie es in dem Bericht vom gleichen Tag heißt, ein Feuer. Der Berichterstatter (O. L. Volger in Uetze) schreibt weiter:

Ich bin sofort dahin gangen und habe nächst Göttl. Hülffe durch angewandte diensame Rettungs Mittel so viel beschaffet, daß eine größere Gefahr abgekehret, auch weiter nichts als das eine Hauß abgebrandt ist.
Den aus dem Gefängniß zu Burgtorff entwichenen Berend Kolshorn habe ich zwar bereits vorigen Sonabend aufsuchen, und in Arrest wieder dahin lieffern laßen wollen, er ist aber im Hause noch nicht angetroffen worden, und wird, zur Erreichung des Endzwecks, der Untervoigt Elers, nebst einen Land=Soldaten, diese Nacht wieder dahin abgehen.

(wegen der Authentizität habe ich die Rechtschreibung so belassen wie vorgefunden)

Am 10. Juni 1782 wurde ein"Tabellarisches Verzeichnis der im Amte Meinersen vorhandenen Feuer-Gerätschafften" vorgelegt. Hiernach befanden sich beispielsweise in

Dollbergen: 13 Eimer, 3 Haken, 3 Leitern (Soll: 16 Eimer, 10 Haken, 4 Leitern)
Katensen: 6 Eimer, 1 Haken, 1 Leiter (Soll: 12 Eimer, 7 Haken, 3 Leitern)
Uetze: 16 Eimer, 3 Haken, 3 Leitern (Soll: 20 Eimer, 12 Haken, 4 Eimer).

In der Nacht vom 23. auf den 24. September 1788 brannten um 11 Uhr Wohnhaus, Scheune und Nebengebäude des herrschaftlichen Halbhöfners Hennig Hohmann in Katensen nieder. In den Flammen kamen 13 Stück Hornvieh und sechs Schweine um, ferner wurden die eingescheuerten Früchte vernichtet. Die Gebäude waren überhaupt zu 300 Reichstalern versichert.

28.04.1851 Katensen: Köneke, Ursache unbekannt, Wohnhaus- und Nebengebäudebrand

(Quelle bis hierher: Matthias Blazek: 100 Jahre Ortsfeuerwehr Dollbergen 1909-2009)

Die Gemeinde Katensen beschloss im Jahre 1880 auf Anforderung der "Königlichen Landdrostei Lüneburg", eine Handdruckspritze ("Feuerspritze") zu beschaffen und ein Spritzenhaus zu bauen.
Der Preis für die Spritze betrug 900,- Mark. Die Unterstützung von der "Königlichen Landdrostei Lüneburg" betrug 300,- Mark. Die verbleibenden 600,- Mark wurden allmählich getilgt, indem das sonst alljährliche zur Aufteilung kommende Jagdgeld dazu verwandt wurde.

Im Januar 1881 erfolgte die Wahl einer Spritzenbedienungsmannschaft und Bewilligung von 3,- Mark pro Pferd für Fahrten nach auswärts. Die Handdruckspritze wurde bis 1943 genutzt und ist heute noch funktionsfähig.

Im April 1881 gab es einen Bauplatz für das Spritzenhaus. Es wurde 1 Quadratrute für 15,- Mark vom Abbauer Karl Ernst (das ist gegenüber vom jetzigen Gerätehaus) gekauft. Von 1881 bis 1944 bestand in Katensen eine Pflichtfeuerwehr.

Hierzu passt auch die Polizeiverordnung des königlichen Ober-Präsidenten Graf zu Stolberg. In ihr wird vorgeschrieben, den bisher geleisteten freiwilligen Feuerwehrdienst ab dem 01. April 1902 nach Maßgabe der Polizeiverordnung des königlichen Oberpräsidenten zu Hannover vom 27. September 1901 zu leisten.

Am 4. Januar 1943 kam ein Brief vom Kreisführer der freiwilligen Feuerwehren des Kreises Burgdorf an den Wehrführer der Pflichtfeuerwehr Katensen A. Giere. Ich zitiere:Unter Bezugnahme auf die mehrfache Unterredung mit Herrn Bürgermeister Winkel sowie mit Ihnen in der Anlage ein Preisangebot über eine Motorspritze der Fa. Mayer-Hagen zur gefl. Durchsicht und Rücksprache mit Ihrem Herrn Bürgermeister. Wie ich schon erwähnte muss die Pflichtwehr in eine "Freiwillige Wehr" umgewandelt werden. Dies dürfte in dortiger Gemeinde keine Schwierigkeiten bereiten. Die Mindeststärke soll 18 Mann im äußersten Falle 14 Mann sein. Ich bin gerne bereit dieserhalb nach dort zu kommen um das Weitere zu besprechen. Geben Sie nach Rücksprache mit dem Bürgermeister Nachricht, wann eine Besprechung stattfinden kann.

Die Tragkraftspritze (TS) mit Rosenbauer-Motor und der TSA wurden bestellt und am 27. Juli 1943 von der Fa. Mayer-Hagen frei Station Bahnhof Dollbergen für 3122,80 Reichsmark geliefert. Wegen Materialknappheit fehlten z.B. A-Saugschläuche, Feuerwehraxt, Kerzenlaternen, Vergaserschlüssel, Ölkanne und noch einige Kleinteile, dadurch fiel die Rechnung etwas niedriger aus als laut Angebot vorgesehen.

Mit der Umwandlung von der Pflicht- zur freiwilligen Feuerwehr war es wohl kriegsbedingt nicht so einfach, was aus einem Schriftstück hervorgeht. Ich zitiere:An den Bürgermeister der Gemeinde Katensen
Mit Bezug auf Ihren telef. Anruf betr. Heimatflak-Feuerwehr teile ich Ihnen mit, dass ich mich heute telefonisch mit der Flak-Einheit in Dollbergen betr. Freigabe der erwähnten Männer in Benehmen gesetzt habe.
Dabei habe ich auch dem Oberfeldwebel gesagt, dass, wie ich gehört habe, Männer frei gegeben werden sollen. Ich habe dann darum gebeten, die mir gemeldeten Männer frei zu geben. Der Oberfeldwebel sagte jedoch, dass es sich bei den Männern, die entlassen werden sollten, um solche handelt, die älteren Jahrgängen angehören und das Auffassungsvermögen durch das Alter stark behindert wäre; also mit anderen Worten gesagt, die Männer seien infolge ihres Alters für die Falk nicht mehr zu gebrauchen. Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass die Kraftspritzengruppe in Katensen einsatzfähig erhalten werden müsste.


Am 27. Februar 1944 fand die Aufstellung der Freiwillige Feuerwehr Katensen statt. Zitat:

Niederschrift über die Aufstellung der Freiwilligen Feuerwehr Katensen.

In der Gemeinde Katensen habe ich aufgrund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 sowie der 3. Durchführungsverordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 24. Oktober 1939 § 2 im Beisein des Kreisführers der Freiwilligen Feuerwehr aufgestellt.
Die Anzahl der Wehrangehörigen beträgt 19 Mann.

Adolf Giere 63 Jahre Heinrich Meyer 42 Jahre
Heinrich Brandes 40 Jahre Otto Schrader
Heinrich Rode 43 Jahre Ernst Meyer 46 Jahre
Adolf Meyer 61 Jahre Alfred Hennigs 44 Jahre
Hermann Welge 54 Jahre Heinrich Meyer 59 Jahre
Hermann Sonnenberg 54 Jahre Adolf Homann 39 Jahre
Otto Winkelmann 59 Jahre Hermann Kamp 43 Jahre
Otto Wöhlert 39 Jahre Fritz Hennigs jun. 45 Jahre
Fritz Winkel 38 Jahre Heinrich Brandes 41 Jahre
Herbert Meyer 16 Jahre (wurde 3 Tage später 17)